Gleiskörper-Bauweise

Foto 1 fertiger Gleiskörper.

Um eine natürliche Form des Trassees zu erhalten, habe ich ein neues Betonelement konstruiert. Die Ränder sind abgeschrägt und haben eine Schotterimitation.

Der Querschnitt eines Elementes hat die folgenden Masse:
Untere Breite 18cm, Dicke der Platte 2cm, die Ränder sind 1:1 abgeschrägt und haben eine Höhe von 3,5cm. Die Aussparung für das Gleis beträgt 11x1,5cm.

Die schrägen Ränder werden mit Schotter (Splitt 3/5mm) versehen. In die Aussparung wird das Gleis lose hineingelegt und mit Splitt eingeschottert. Somit erhalte ich einen natürlichen Gleiskörper (Foto links).

Für die geraden Stücke habe ich eine 102cm lange Form aus Holz und Styroporplatten angefertigt. Die ganze Form steht auf dem Kopf. Auf einer Spanplatte oder Schalungstafel ist ein Holzbrett 1,5x11cm aufgeschraubt. Das Brett wird längs in der Mitte in zwei Teile aufgeschnitten, damit es nach dem Erhärten des Betons besser herausgenommen werden kann.

Für die Wasserrinne wird ein halbrunder Kunststoffstab von 10mm Durchmesser längs auf der Mitte des Brettes befestigt. Der Stab ist in der Mitte des Elementes 3mm und an den Enden 7mm dick. So ergibt sich ein leichtes Gefälle für den Wasserablauf bei horizontal verlegten Elementen. Seitlich ist die Abschrägung mit einem Streifen Styropor abgegrenzt.

Nun wird die Form seitlich gekippt und auf die Abschrägungen der Schotter (Splitt 3/5mm) aufgebracht. Mit Mörtel wird der Splitt überstrichen, eine raue Oberfläche erstellt und leicht angetrocknet. Das vorbereitete Drahtgeflecht als Verstärkung wird hineingelegt und die ganze Form mit dem Zement-Brechsandgemisch ausgegossen (Fotos unten).

Die gebogenen Gleiskörper, die Verzweigungs-, Doppelspur- und anderen Elemente werden wie bei der Schalenbauweise aufrecht auf einer Schalungsplatte aus Holz angefertigt. Die Umgrenzung wird mit 1-cm hohen Styroporstreifen abgegrenzt. In die abgegrenzte Fläche wird die Drahtgeflecht-Armierung eingepasst. Nun wird auf eine Höhe von 2cm das Zement-Brechsandgemisch eingefüllt (Foto unten).

Bilder

Foto 2 Die Form mit der vorbereiteten Armierung.
Foto 3 Das Element ist - fast - fertig.
Foto 6 Schematische Darstelleng einer Fahrbahn "am Hang".
Foto 7 So werden die Platten eingepasst.
Foto 8 Auch Gleisstrassen lassen sich mit dieser Methode herstellen.

Auf den leicht erhärteten Mörtel wird mit 2cm dickem Styropor die Aussparung für das Gleis aufgelegt. Für gebogene Styroporformen werden zwei gleiche Schablonen aus Karton ausgeschnitten und beidseitig der Styroporplatte befestigt. Mit der Thermosäge kann nun entlang der Kartonschablone die Styroporform ausgeschnitten werden. Der Zwischenraum zwischen der äußeren und inneren Abgrenzung muss 3,5cm betragen. Hier wird mit dem restlichen Mörtel die Abschrägung aufgetragen. Nach ein bis zwei Stunden kann in den leicht erhärteten Mörtel der Splitt angedrückt werden. Nach dem Erhärten des Betons können die Gleiskörper-Platten gleich verlegt werden, wie bei der Schalenbauweise (Fotos oben).

Entlang der Linienführung werden die Rasenziegel in der Fahrbahnbreite ausgehoben. Damit der Fahrbahnunterbau im geneigten Gelände breiter wird, kann man auf der Aussenseite mit einer Schaufel die Grasnarbe anheben und Erde darunter füllen. Das Element wird angepasst und mindestens drei Rohrbefestigungen festgelegt. Mit einem Locheisen werden an den entsprechenden Stellen die Löcher 40 bis 60cm tief in den Boden geschlagen und ausgeweitet. Die ¼ Zoll-Eisenrohre werden auf die Länge geschnitten und mit einem M10 Innengewinde versehen. In die Fahrbahnplatte werden die entsprechenden Löcher gebohrt, sodass die M10 Senkkopfschrauben in die Eisenrohre eingeschraubt werden können. Die Platten werden dann
mit Holzunterlagen und Keilen auf die Höhe angepasst. Dann wird die Platte etwa 10cm angehoben, Holzklötze unterstellt, die Eisenrohre in die vorbereiteten Löcher gestellt und unten an der Platte angeschraubt (Foto unten). Nachher werden die Löcher entlang der Eisenrohre mit sehr dünnem Zementmörtel aufgefüllt. Die Platte wird abgesenkt und auf die richtige Lage und Höhe ausgerichtet und fixiert. Nach dem Trocknen des Mörtels kann die Platte weggenommen und wieder aufgeschraubt und das Gelände angepasst werden. Die Schrauben und Gewinde sind gut zu fetten und dürfen nicht zu fest angezogen werden, damit sie später wieder gelöst werden können. Unter der Fahrbahnplatte liegen die Kabelrohre für die elektrischen  Leitungen. Damit das Gras nicht zu nahe an das Trassee heranwächst, kann mit einer Folie ein circa10 cm breiter Streifen des Untergrundes abgedeckt werden. Darauf legt man Sand oder Kies (Skizze oben).

Text/Fotos: Peter Hauswirth